Ein neues Abenteuer schreiben wir im September 2012. Fieberhaft wird in den Wochen davor an die bevorstehende Tour gedacht. Tommy schaffte es noch nie „trocken“ über eine Faak-Tour. LX hat schon alles erlebt, von Schnee bis eitel Sonnenschein.
Heiri war noch nie mit den Friends vor Ort und Rolle und Beat waren gar „Newbies“.
So nähern wir uns also dem Start und prüfen immer öfter immer weitere Apps auf den Smartphones um doch endlich eines zu finden, welches prima Wetter vorher orakelt. Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt und so wurde auch bis zuletzt mit dem Packen zugewartet. Schliesslich finden sich dann halt doch die Regensachen zuoberst und auch ein wärmender Pullover kommt noch hinzu. Letzterer allerdings auch deswegen, weil uns unsere Ladies nicht begleiten, wir uns also irgendwie selbstwärmend versorgen mussten.
Endlich Samstag. Der Blick zwischen den Vorhängen hindurch bestätigt, was das App prophezeite: Es schifft, und kühl ist es obendrein. Frei nach dem Motto „Was mich nicht umbringt, macht mich härter“ besteigen wir die bepackten Harleys und fahren zum Treffpunkt Pratteln-Autogrill. Dort parken wir auf einem gedeckten Busparkplatz – nicht gerade zur Freude der Seniorengrosstransporter. Uns egal – wir trinken einen Kaffee und pöttern dann los, über die Autobahn in Richtung St. Gallen. Um Zürich herum gäng wie gäng: Hässlichstes Wetter und nicht minder hässlicher Verkehr. Scheissegal von nun an das Wetter – hinter Zürich kann’s nur noch besser kommen. Gedulden aber müssen wir uns ein wenig. Noch in der Schweiz erstehen wir den Österreichischen Autobahn-Pickerl. Weiter geht’s über die Bahn, wetterbedingt auch durch den Arlberg statt über die Silvretta-Hochalpenstrasse nach Imst, wo wir in der Sonne – da waren wir schon mal zum Übernachten – ein feines Essen verpflegen. Alles ausgegessen haben wir, wohl wissend, dass das nun die einzige Hoffnung erfüllen kann, schönes Wetter zu erhalten. Tatsächlich! Fortan sehen wir keinen einzigen Tropfen mehr auf der Tour. Schweisstropfen ausgenommen natürlich, aber dazu später.
Über’s Timmelsjoch und über den Jaufenpass erreichen wir unsere Bleibe in Sterzing, den Lahnerhof. Nette Aussicht, prima Essen, noch besser geschlafen. Der erste Tag ist bereits Geschichte.
Der zweite Tag führt uns bereits zum Faaker See. Da wir den Wolken noch nicht vollständig trauen, wählen wir den relativ direkten Weg über Lienz und Spittal. Der Road Captain führt dann gezielt durch Velden’s 30-er Zonen (…) zum Eventgelände, wo wir gleich dem Arneitz einen ersten Besuch abstatten. Bald aber wird klar, dass wir unsere Bikes entladen, die Zimmer beziehen um dann etwas feines zum z’Nacht zu uns nehmen wollen. So erreichen wir also unser Hotel für die nächsten 4 Nächte, den Seewirt, wo wir herzlich empfangen werden.
Am Montagmorgen steht dann der Bike-Wash an. Schliesslich wollen wir nicht nur mit frisch geputzten Zähnen, sondern auch mit polierten Mopeds glänzen. Dann geht’s auf zum Faaker See. Die Eindrücke, welche wir dort sammelten, können am besten in unserer Fotogalerie nachempfunden werden. Für Montag, Dienstag und Mittwoch standen Erholung (gäll LX…), Musik, Show, Girls, Bikes, Food und Shopping im Vordergrund. Zwischendurch zogen wir uns natürlich auch ins Hotel zurück.
Bald schon rückte der Donnerstag näher und damit der Abschied von der European Bike Week. Die Wahl der ersten 3 Tage war bestimmt nicht die Schlechteste. Wir hatten genug zum Fotografieren, fanden noch freie Plätze zum Essen im Gelände und trotzdem waren wir bei weitem nicht die einzigen, welche die selbe Idee hatten. Aber das ganz grosse „Gstürm“ am Do/Fr/Sa, das erlebten wir dann doch nicht mehr.
Am Donnerstag brechen wir auf, um die erste Dolomiten-Etappe zu bewältigen. 307 Kilometer standen auf dem Programm und 5 Pässe wollten befahren werden. Wir sagten „tschüss Österreich“ und fuhren über den Wurzenpass nach Slowenien. Die Gegend – wunderschön – die Strasse – na ja… Bald aber wurde auch diese besser und an den Sonnenschein hatten wir uns in den vergangenen Tagen bereits gewöhnt.
Die Tagesetappen übrigens der ganzen Reise können hier als PDF heruntergeladen werden.
In Rocca Pietore, im Hotel Marianna wurden wir sehr herzlich begrüsst. Mitten in schönster Alpenwelt genossen wir beim Apéro den Übergang vom Tag in die kühle Nacht.
Am Freitag bewältigen wir die eigentliche Sprintetappe. Mit 200 Kilometern ist es die kürzeste Tagesstrecke der Tour. Allerdings ist diese gespickt mit 10 Pässen: Giaupass (2230 M.ü.M.) – Passo di Falzarego (2117 M.ü.M.) – Valparolapass (2192 M.ü.M.) – Campolongopass (1875 M.ü.M.) – Pordoijoch (2239 M.ü.M.) – Sellajoch (2213 M.ü.M.) – Nigerpass (1690 M.ü.M.) – Rosengartenstrasse (1774 M.ü.M.) – Karrerpass (1745 M.ü.M.) – Passo di Lavazé (1805 M.ü.M.). So wird der Tag doch noch gut gefüllt und die Friends können auch ihre Sympathien zu 4-Beinern manifestieren. Auch dies ist in der Fotostrecke zu beaugapfeln. In der Albergo Alpina finden wir unser Nachtlager.
Am Samstagmorgen müssen wir uns schweren Herzens von unserem Vicepresident, Fotographer und Hotelmanager Tommy verabschieden. Er muss den direkten Weg nach Hause einschlagen, da bereits wieder Verpflichtungen anstehen. Der Rest der Gruppe fährt nach Sils, dies wiederum über 8 Pässe. Mindestens einer davon ist ziemlich ansprungsvoll: Der Gavia! Mit 2618 M.ü.M. gleichzeitig das Tourdach. Man sagt ja: „Wer das Stilfserjoch mit dem Motorrad fährt, kann Motorrad fahren“. Noch heftiger geht’s allerdings am Gavia zur Sache. Eine Lochpiste von 2 Metern breite sowie steil abfallende, steinige Hänge sorgen für genügend Adrenalin und damit für feuchte Hände und dampfende Helme. Noch interessanter wird‘s dann bei Gegenverkehr. Meistens sind’s ja 2-Räder, aber es gibt auch immer mal wieder Automobilisten, welche es wissen wollen…
Weitere Highlights waren: San Luganopass (1412 M.ü.M.) – Mendelpass (1363 M.ü.M.) – Tonalepass (1883 M.ü.M.) – Foscagnopass (2291 M.ü.M.) – Formarinjoch (1871 M.ü.M.) – Livignopass (2315 M.ü.M.) – Berninapass (2330 M.ü.M.). Sils erreichen wir jedenfalls noch bei Tageslicht. Im Hotel Chesa Grischa lassen wir es uns gut gehen und treffen – völlig unerwartet – auf Max, der uns entgegen gefahren ist. So schön – nun sind wir wieder zu fünft!
Der Sonntag beginnt mit dem Ausblick aus dem Fenster auf eine wunderschöne Landschaft, teilweise unter Bodennebel versteckt. Beim Frühstück muss sich Beat für die Direttissima über die Autobahn direkt in die heimischen Gefilde entscheiden. Auch Heiri und Rolle wollen sich die geplanten 367 Kilometer über 6 weitere Pässe nicht zumuten, und schliesslich soll der Beat souverän eskortiert werden. Der Max fuhr natürlich nicht entgegen, um dann möglichst schnell wieder zuhause zu sein. Und bei LX darf’s ja bekanntlich immer mal noch eine kleine Zusatzschlaufe sein. So kann von der zweiten Variante berichtet werden, dass die 6 Pässe: Julierpass (2284 M.ü.M.) – Oberalppass (2044 M.ü.M.) – Sustenpass (2224 M.ü.M.) – Brünigpass (1007 M.ü.M.) – Glaubenbergpass (1543 M.ü.M.) und Oberer Hauenstein (734 M.ü.M.) erfolgreich befahren wurden. Es ging solchermassen zügig vorwärts, dass wir es lediglich auf 3 Kaffee- und einen Tankstop brachten und das Mittagessen schlicht vergessen ging. Zu sehr waren wir damit beschäftigt, unseren Pferdchen die Sporen zu geben.
Schliesslich möchte ich noch speziell „Dankeschön“ sagen: Beat und Tommy für viele tolle Fotos und Tommy nochmals für die Hotelreservationen. Schön hat alles geklappt und auch alle sind wir wieder gesund (mehr oder weniger – gäll Beat…) zuhause gelandet. Es war toll: Am Faaker See und auch in den Dolomiten. Wir kommen wieder. Wenn nicht nächstes Jahr, so einfach später...