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18.-24.06.2008 - Deutschland-Tour

Norddeutschland - TourAm 18. Juni 2008 gehts also endlich los. Die erste grosse Tour steht auf dem Programm und Beat, Fronk, Lissy, Tommy, Evelyn, LX und Susi können es kaum erwarten. Die Wetterprognosen stimmen zwar nicht bedenkenlos euphorisch.

Dafür steht dann noch der eine oder andere Höhepunkt auf dem Programm. Aber alles mal der Reihe nach:
Treffpunkt ist 19.30 Uhr Zollam Riehen/Lörrach, Deutsche Seite. Bereits am Viertelab sind alle eingetroffen, bis auf Beat. Wir sind so nervös, dass ganz viele Spekulationen hochkommen. Weiss er wohin? Weiss er um welche Zeit? Ist etwas pasiert? Nichts von alledem: Aufs Loch hören wir von ferne allerfeinstes Harley-Gebrumm und Schweiz beflaggt fährt er auf seiner Road King ein. Nun gehts los. Eingekauft haben wir nichts, da es im Vorfeld hiess, der Autozug sein ein City Night Liner und männiglich ging davon aus, dass ein Restaurantwagen eingeplant ist. Nach dem Verladen der Mopeds allerdings stellen wir fest, dass der wichtigste Wagen fehlt und so sprintet Susi ins Lädeli und kauft noch ein paar Sandwiches und einen feinen Wein. Bier hat Beat dabei, somit ist der Abend gerettet. Im Zug treffen wir dann auf Biker der Harley Freunde Freudenstadt sowie auf zwei wilde Schweizer, welche nach Norwegen wollen. Bald einmal ist für die ersten Bettzeit angesagt. Schliesslich werden wir um 04.15 Uhr geweckt und haben ca. 360 Kilometer vor uns. Der Morgen ist schneller da, wie wir denken und bald sind die Bikes am Bahnhof Hildesheim ausgeladen. Nun geht alles dem TomTom nach und so ca. um 09.00 Uhr muss der DB-Kaffe durch einen richtigen Bohnensaft ersetzt werden. Das Frühstück reicht von klein bis zur veritablen Vitaminbombe welche Susi und LX gleich für den Rest der Tour mit den nötigen Komponenten versorgt. Bald schon machen wir Bekanntschaft mit den ersten Kopfsteinpflaster-Teilstücken und treffen - i glaubs jo nit - auf Zeitungsablagen, welche mit «Volksstimme» angeschrieben waren. Verständlich, dass kurz gestoppt und das Angetroffene fotografisch festgehalten wird. Den Mittagshalt machen wir im Zufallsrestaurant «Zur Wildgans» in Ziessau am Arendsee. Ein kulinarischer, erster Höhepunkt unserer Tour. Am liebsten wären wir noch ein wenig geblieben, doch Malchow ist noch fern und wir ziehen weiter. Just beim Einfahren beim Inselhotel beobachten wir ein paar Regentropfen welche aber gleich wieder verdampfen. Nach dem Abladen wird fluggs eine Locality gesucht, wo man auch noch den Match Portugal : Deutschland erleben darf. Der Italiener im Dorf verköstigte uns nach allen Regeln der Kunst und zur grossen Freude von Fronk wurden die Portugiesen gute Zweite. Nach dem Schlummi beschlossen wir einen ersten tollen Tag im Chörbli. Nicht zu früh, gerade recht, trifft sich die Truppe wieder am reichlich bestückten Frühstückstisch. Das Tagesziel war eindeutig: Wir wollen die Ostsee sehen! So pöttern wir nordwärts, entlang des Malchiner Sees nach Malchin und weiter nach Anklam, der Ostroute der Motorradstrasse Deutschlands folgend. Schon bald wird klar: Es geht auch heute wieder zumeist geradeaus und der eine oder andere Kopfsteinpflasterkilometer werden wir hinter uns lassen. Nach Anklam erreichen wir über eine Brücke die Insel Usedom, welche auf ihrer Ostseite bereits Polnisches Hoheitsgebiet ist. In Dargen kehren wir ein im Gasthof «to'n Eikbom», wo wir eine herrliche Aussicht auf Weiden, gerade wie bei uns in der Schweiz, geniessen und eine sehenswerte Speisekarte antreffen. Ein kulinarischer Volltreffer also und die Zeit vergeht viel zu schnell und wir müssen uns wieder aufmachen. Dass diese Gegend auch ein Radfahrerparadies ist, ist leicht auszumachen: Die Kopfsteinpflaster haben betonierte Fahrstreifen. Trifft man diese - gut, sonst holperts halt wieder mal. Bald erreichen wir Ahlbeck und sehen neben uns die Pommersche Bucht welche Teil der Ostsee ist. Zwischen Achterwasser und Pommerschen Bucht erreichen wir Wolgast. Nun ists nicht mehr weit, Greifswald muss noch durchfahren werden, und schon sind wir in Wieck wo das Ryck Hotel extra für uns Gäste auch noch die Schweizer Fahne gehisst hat. Welch persönlicher Empfang. Die Bikes dürfen in der angeschlossenen Werkstatt parkiert werden und sofort wird ein Bierchen gezischt und noch ein wenig Benzin geredet. Ein kurzes Bööfi liegt auch noch drin, bevor wir uns auf machen, das malerische Städtchen zu besichtigen. Verschiedene Restaurant-Aushänge werden durchgelesen. Jener der Fähre gefällt. Sehr gediegen und geschmackvoll eingerichtet sind einige Plätze noch frei, wir bekommen einen schönen Tisch und sorgen schon bald für gehörig Betrieb. Schon bald hats in der ganzen Beiz Betrieb und wir verfuttern neuerdings ein Gala-Menü. Abgeschlossen wird (wohlverstanden nach dem Dessert...) von Fronk, welcher eine Linie bestellt. Wir lieben zwar eher Kurviges, aber diese Linie hat auch was Gutes. Da man Linien auch nachbestellen kann, wird der Abend etwas länger und der Heimweg etwas weiter. In sehr schönen Zimmern heissts nun Chopfchüssiloose, der Wecker steht schon vor der Tür. Tag drei beginnt wie schon gewohnt mit einem prima Frühstück. Winke-Winke zum Abschied begleitet den Sound unserer Harleys zum Dorf hinaus. Das Hauptthema heute ist die Umrundung der Insel Rügen. Ein richtiges Mittagessen steht heute nicht wirklich auf dem Plan. Auf dem berühmten Kreidefelsen geniessen wir dank Tourguide Fronk wunderschöne Landschaften und snacken so vor uns hin. Zurück auf dem Festland in Stralsund nehmen wir Kurs auf Barth, umkurven den Bodstedter Bodden und den Saaler Bodden worauf das Ostseebad Dierhagen mit unserem Hotel & SPA (nun wissen wir endlich, was SPA heisst ...) Dünenmeer erreicht wird. Eine 4-Sterne-plus-Loge welche alles bietet, was das Herz begehrt. Super Zimmer, auch die Appartements sind riesig, Eine Wellness-Anlage der Überklasse und einen weissen, feinkörnigen Sandstrand mit letztlich einem Sonnenuntergang wie auf Haiti, Bora-Bora oder sonst wo auf der Welt. Das Halbpensions-Essen war nicht so toll, wir wären wohl besser à-la-carte bedient gewesen. Aber vielleicht lag das auch daran, dass wir so langsam eine richtig verfressene Gesellschaft wurden. Tag vier begann mit einem exorbitanten Frühstück (bis 11.30 Uhr ...). Das half uns sehr, die bevorstehenden Kilometer zu bewältigen. Schliesslich steuerten wir auf unserer Reise bereits das letzte Hotel an und das steht in Plön am Plöner See, in der Holsteinischen Schweiz. Das Ziel erreichten wir über Warnemünde, entlang der Ostsee bis nach Wismar. Fronk war es, welcher uns ein weiteres Kleinod präsentierte und eine ganz unscheinbare Hafenbeiz ansteuerte, welche unsere verwöhnten Gaumen bestens bediente. Sogar ein Häppchen Kaviar lag drin, was fast nicht mehr auszuhalten war, waren die deutlich über 30 Grad in der Sonne. Aber wer will schon jammern. Wir hatten wirklich Wetterglück. In Lübeck dann verdunkelte sich der Himmel so langsam und wir entschieden uns, die Diretissima nach Plön zu wählen. Kurz vor dem Ziel begann es zu regnen, Fronk (kennt die Wetterkapriolen hier wohl bestens), Lissy und Beat fuhren weiter, LX und Tommy entschieden sich unter einer Brücke für den Regenschutz. Dessen Anziehen dauerte rund 15 Minuten, der Regen auch nicht länger. So fuhren wir halt im Plastik auf der rasch abtrocknenden Strecke Plön entgegen. Das Hotel & Restaurant Stolz (Mittlerweile keine Hotelzimmer mehr) ist eine kulinarische Superadresse. Gleich alles stimmte hier perfekt: Chefin/Chef, Personal, Zimmer, Essen, Trinken, Aussicht von der Terrasse, der liebevoll gepflegte Garten. Wir hatten so ein Glück, hier noch Zimmer zu bekommen. Diese Eindrücke hier mit Worten zu beschreiben geht wirklich nicht. In der Bildergalerie jedoch kann man sich satt sehen. Am darauf folgenden Wochenende fand Harley-Davidson Event in Plön statt. Wir entschlossen uns, sofort das Hotel wieder zu buchen um im 2009 zurück zu kommen. Aber welcher Schmerz: Das Sylt-Chapter bucht das Hotel schon seit Jahren und auf Jahre hinaus, ist der Event in diesem Hotel gebucht. Jä nu. So entschlossen wir uns spontan, dass wir im '09 den Harley-Event des Sylt-Chapters besuchen wollen. Fronk empfiehlt das Treffen und wir wissen nun: Was Fronk empfiehlt, muss probiert werden. Das Frühstück auf der Terrasse wurde zum abschliessenden, kulinarischen Höhepunkt. Wir genossen es ausgiebig. Die Sonne hatte sich zurückgezogen und wir entschieden uns, auch Hamburg direkt anzufahren. Der Chef persönlich anerbot sich noch in seinem Traumgarten das abschliessende Reisegruppenfotteli zu schiessen. Wir kamen trocken nach Hamburg und genossen ein leichtes Mittagessen an der Alster. Hunger hatte nun wirklich niemand mehr. Ausser Tommy natürlich. Aber als sein Pastateller doch noch kam, hatte man nicht mehr das Gefühl, er sei am Verhungern. Gäll Tommy! Nun führte uns Fronk auf schönster Hamburg-Route an malerischen Häusern vorbei zur ältesten Dealer-Ship in Europa. Georg Suck gründete das Unternehmen im Jahr 1910 und sein Sohnemann steht heute noch stramm seinen Mann im Geschäft. Nun war shoppen angesagt, die einen beliessen es bei einem Dealer-T-Shirt, andere hatten grösseres vor und LX musste sich gar eine verschüttelte Birne auswechseln lassen. Nicht seine eigene - nein - jene an seiner E-Glide! Mittlerwiele schiffte es so richtig runter und wir schlugen uns die Zeit ein wenig um die Ohren. Bald aber trocknete es auch hier ab und vor einem Pub schlürften wir einen letzten Espresso und vernichteten die X-te rote Grüzze. Soooo fein! Und, schliesslich sind Beeren sehr gesund. Mit einem weiteren Zwischenstop beim St. Pauli-Fan-Shop fahren wir Hamburg Altona an. Hier verabschieden wir Susi, welche den Flieger in die Schweiz nimmt um bereits am Dienstag wieder zu arbeiten. Die Nacht im Liegewagen: Sosolala - die Ankunft in Lörrach heiss ersehnt. So verabschieden wir uns voneinander und von einer Tour, welche wohl als D-Gourmet-Tour in die Analen der Harley-Friends, Switzerland eingehen wird. An dieser Stelle ganz herzlichen Dank den Knipsern Tommy und Susi, es kamen ca. 600 Fotos zusammen, von denen 359 in der Galerie zu besichtigen sind.